Der Huf ist alles
- Carolin

- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit

Als Reitanfängerin war der Huf für mich schlichtweg das Ende des Pferdebeins. Hart und quasi unzerstörbar wirkte das Horn auf mich. Mit den Hufen habe ich mich erst in den letzten Jahren intensiver beschäftigt. Heute sehe ich das komplett anders als damals vor 20 Jahren.
Gerade in Bezug auf neuere Krankheitsbilder oder auch auf Hufrehe, lässt sich folgende Aussage machen:
"Der Huf ist aus gesundheitlicher Perspektive der Anfang und das Ende für das Pferd."
Ein Pferd erkrankt erst an Stoffwechselsyndromen, wenn das metabolische System und jenes des Hufes an den Anschlag kommt. Gründe dafür gibt es vielfältige. Festhalten lässt sich, dass das Ungleichgewicht des Hufes einen massiven Schwachpunkt für das Pferd darstellt. Es lohnt sich also jede Investition in die Gesundheit der Hufe, nur weil das Pferd ein Ungleichgewicht scheinbar gut tolerieren kann, bedeutet dies nicht, dass es keine langfristigen Folgen hat. Die wenigsten Stoffwechselauffälligkeiten kommen von heute auf morgen, auch wenn es ab und zu so wirken mag.
Kein Pferd (Vergiftungsfälle und Unfälle ausgeschlossen) hat von heute auf morgen Hufrehe. Der Spruch "no hoof – no horse" erhält im Zusammenhang mit Erkrankungen des Organismus eine neue schwerere Bedeutung.
In den allermeisten Fällen von Stoffwechselproblemen waren die Hufthemen und -Auffälligkeiten zuerst da. Sie wurden nicht bearbeitet oder konnten aus einem Mangel an Fachwissen beim Bearbeiter/Hufschmied nicht behoben werden. Die Konsequenz davon ist, dass das metabolische System des Hufes nicht vollständig arbeiten kann. Es entsteht vereinfacht gesagt ein Rückstau an Giftstoffen. Wenn nun zusätzlich zu diesem Rückstau, der sich mit der Anzahl an Hufen im Ungleichgewicht erhöht, ein erhöhtes Aufkommen von Giftstoffen erfolgt, kann der Körper dies nicht mehr ohne Probleme bewältigen. Er bildet Einlagerungen. Sofern die Menge an Giftstoffen nicht abnimmt, kollabiert irgendwann das ohnehin bereits geschwächte metabolische System. Und genau dann ist "plötzlich" die Hufrehe da. Die bereits vorher in ihrer Funktion beeinträchtigten Hufe können die Last nicht mehr tragen. Wie so oft kommen vielfach mehrere Faktoren zusammen. Bei Stoffwechselproblemen läuft die Entgiftung über die Hufe auf Hochtouren, das bedeutet die Durchblutung wird erhöht und damit werden die Schwachpunkte deutlicher. Die Hufrehe war aber bereits vorher da, verursacht durch jahrelange Fehlbelastung und falsche Bearbeitung. Die Hufrehe selbst entsteht allein durch mechanische Fehlbelastungen in der Hufkapsel. Die Aufhängung nimmt schaden, da sie nicht ausgewogen belastet wird. Die Verzahnung der Strukturen wird beispielsweise jahrelang einseitig gequetscht und damit gestresst und geschwächt. Irgendwann gibt sie nach und die Hufrehe wird oft erst deutlich später erkannt.
Die Hufrehe hat an sich nichts mit der Fütterung zu tun.
Wie schnell es bei Fehlbelastungen zu Hufrehe kommen kann, hängt stark vom individuellen Pferd, den Haltungsbedingungen und der Hufbearbeitung ab.
Der einfachste Weg dem Pferd zu helfen langfristig gesund zu bleiben ist, die Hufe in Balance zu halten und für viel Bewegung zu sorgen. Ein Pferd ist ein Lauftier und kein Stehtier 😉.
Hufrehe tritt aber auch bei Pferden auf, ohne in Zusammenhang mit einem erhöhten Aufkommen von Giftstoffen zu stehen. Meist leiden diese Pferde bereits länger unter einem stärkeren Huf-Ungleichgewicht.
Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, komme ich ursprünglich aus dem Pferderennsport. Ich habe ca. 500 verschiedene Pferde geritten, nicht eines der Pferde hatte Hufrehe. Die Pferde hatten aber nicht die besten Hufe und viele Ungleichgewichte. Allerdings bewegen sie sich sehr viel und schwitzen täglich bei der Arbeit. Sie erhalten ca. 7-10 Liter Kraftfutter am Tag und nicht immer ad libitum Heu. Sie haben eher wenig Zugang zu Weideflächen. Sie schaffen es aber fast immer ihren metabolischen Haushalt durch die verstärkte Bewegung zu stabilisieren.
Wodurch entsteht ein zu hohes Aufkommen an Giftstoffen? Alles was vom Körper verstoffwechselt werden muss und für den Körper in erster Linie nicht förderlich ist, wird mittels Bindung von Giftstoffen aus dem Körper transportiert. Das kann einerseits Stoffe betreffen, die direkt über das Futter aufgenommen werden oder über die Art der Verstoffwechselung in einem zweiten Schritt erfolgen. Ein zweiter Schritt erfolgt beispielsweise bei schwerer verdaulichen Stoffen, die dann vereinfacht gesagt umgewandelt werden müssen, damit eine Verdauung und Verstoffwechslung möglich ist. Die Fütterung von Luzerne ist so ein Beispiel. Die Luzerne an sich kann guter Qualität sein, dennoch belastet die Fütterung mit Luzerne die Leber. Die Leber bildet bei der Verstoffwechslung in einem zweiten Schritt Giftstoffe, die wieder ausgeschieden werden müssen. Dadurch entsteht eine erhöhte Belastung für den ganzen Organismus.
Stress erhöht ebenfalls das Aufkommen an Giftstoffen im Körper. Der erhöhte Muskeltonus führt zu einer Übersäuerung der Muskulatur und, um diese abzubauen, müssen die entstandenen Abfallprodukte vom Körper wegtransportiert werden.
Daher ist es naheliegend dem Pferd so wenig Stoffe zukommen zu lassen, die den Stoffwechsel zusätzlich belasten. Umwelteinflüsse, die den Stoffwechsel belasten, haben wir bereits reichlich.
Wenn wir also die natürlichen Ventile für den Stoffwechsel offen halten, indem wir unter anderem für gesunde Hufe sorgen, setzen wir das Risiko für Stoffwechselerkrankungen bereits erheblich herab.
Gerne verlinke ich euch hier mein Youtube-Video zum Thema:
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn du über einen der Links einkaufst. Du zahlst deshalb keinen Rappen mehr, es ist einfach eine tolle Möglichkeit, meinen Blog zu unterstützen. Danke an alle, die das machen. Ich verlinke natürlich nur Produkte, die ich selber verwende und euch gerne weiterempfehle.



.jpg)
Kommentare